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Gemeinde Hepstedt, Samtgemeinde Tarmstedt


Der Kriegsgräberfriedhof für sowjetische Kriegsgefangene in Hepstedt

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Der Kriegsgräberfriedhof für sowjetische Kriegsgefangene in Hepstedt


Das Arbeitskommando für sowjetische Kriegsgefangene in Hepstedt.


Am 07.11.1941 kam im Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel ein Transport mit sowjetischen Soldaten an.

Schon nach fünf Tagen am 12.11.1941 sind 50 von den Kriegsgefangenen in das Arbeitskommando 518/41 XB nach Hepstedt verlegt worden.

Dort mussten sie Zwangsarbeit als Waldarbeiter im Forst leisten. Bewacht wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen durch Landesschützen, einer Wehrmachtseinheit mit zumeist älteren oder nicht frontdiensttauglichen Soldaten. Der kommandierende Abschnittsoffizier war in Zeven stationiert.

Das Arbeitskommando war in einem alten Stallgebäude untergebracht, das vom Forstamt Harsefeld für diesen Zweck umgebaut worden war.


Die Gefangenen kamen in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung an, so dass der Bürgermeister von Hepstedt am 12. November 1941 beim

Landrat in Bremervörde eine Anfrage stellte:


„In obiger Angelegenheit teile ich Ihnen mit, dass in hiesiger Gemeinde ein Arbeitskommando von 50 russischen Kriegsgefangenen als Forstkommando

untergebracht ist. Einen Sonderfriedhof konnten wir bisher nicht zur Verfügung stellen, weil ein geeigneter Platz nicht zur Verfügung steht.

Sollten in erreichbaren Ortschaften des Kreises schon Friedhöfe für sowjetische Kriegsgefangene eingerichtet sein, so bitte ich um Mitteilung,

weil Todesfälle täglich eintreten können.“


Todesfälle waren also täglich zu befürchten, auf dem Friedhof in Hepstedt sollten die Kriegsgefangenen wie auf dem kirchlichen Friedhof in Zeven

nicht bestattet werden.


Der Gedanke war, die Toten sowjetische Kriegsgefangenen in anderen Gemeinden zusammenzulegen und zu bestatten.


Es hat ein Telefonat zwischen dem Bürgermeister und dem Landrat gegeben und daraufhin wurde entschieden, dass ein Friedhof

am Rande des Ummel angelegt werden sollte.


Am 23.11.1941 besichtigt der Amtsarzt aus Bremervörde den Friedhofsplatz und befindet ihn als geeignet.


Der Antrag für den Friedhof wird dann am 08.12.1941 nachgeholt.


Jetzt bittet Bürgermeister Otten um die Genehmigung des Begräbnisplatzes und reicht auch eine Skizze ein, die die Lage des Friedhofs beschreibt.


Am 22.11.1941 stirbt der erste sowjetische Kriegsgefangene aus dem Kommando in Hepstedt.


Einen Tag bevor der Amtsarzt in Bremervörde den Friedhof besichtigte.


Im Dezember und Januar starben noch drei weitere sowjetische Soldaten. Von dem vierten unbekannten Soldaten sind keine Daten bekannt.

Insgesamt wurden fünf Kriegsgefangene auf diesem Friedhof begraben.


Von vier der Beerdigten sind mittlerweile die Namen bekannt.

Name Vorname     Geburtsdatum     Beruf       Gefang. Nr. XB    Todesdatum

Grigorew Iwan       16.(08?).1905      Bauer        114317                 22.12.1941

Grigorew Nikolaj        18.07.1914      Bauer        112720                 22.11.1941

Komow Sergej           25.09.1902      Schuster   113494                  08.12.1941

Wachtin Igor                        1913       Bauer       117283                  28.01.1942

Unbekannter  Soldat     


Nach dem Krieg wurde der kleine Friedhof mit fünf Einzelgräbern von Frau Meyer (ca. 1990 verstorben) aus Hepstedt über Jahrzehnte gepflegt.

Sie hatte selber zwei Söhne im Krieg verloren. In ihrer Trauer fühlte sie sich den toten sowjetischen Kriegsgefangenen verbunden.

Sie pflegte deren Gräber bis sie es nicht mehr konnte. Danach wurden die Gräber von Emma Winter gepflegt.


Der Friedhof  wird heute von der Gemeinde gepflegt.


Seit 2011 sind vier der fünf Toten namentlich bekannt. Im November 2016 brachte die Gemeinde auf dem Friedhof ein Grabzeichen mit den Namen der toten sowjetischen Kriegsgefangenen an.